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DIE SYMBIOSE: Übersicht

Die Orgel, wie sie uns aus Kirchen und Konzertsälen bekannt ist, ist das einzige Instrument, das durch seine hohe Komplexität an einen festen Standort gebunden ist. Dadurch ergeben sich für sie, ihre Interpreten und die Komponisten, die für sie schreiben, erhebliche Nachteile, die sich insbesondere auf den Einsatz der Orgel im Konzertwesen auswirken. Ist in einem Saal keine Orgel vorhanden, kann man bei geringen Ansprüchen, etwa zur Continuo-Begleitung, ein Orgelpositiv aufstellen; für die Interpretation solistischer Orgelmusik hingegen wird man eine Kirche oder einen Konzertsaal mit eigener Orgel aufsuchen müssen (und auch hier oft mit schlecht gewarteten oder technisch nicht akzeptablen Instrumenten konfrontiert sein).

Der Gedanke, die Orgel von dem Handicap der Unbeweglichkeit zu befreien, motivierte die Mitarbeiter von ORGEL MODERN, einen neuen Orgeltyp zu entwickeln.

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist die SYMBIOSE, bei der -- gemäß der aus der Biologie kommenden Bedeutung dieses Wortes -- traditionelle, mit Wind angesprochene Orgelpfeifen mit gesampelten Klängen ein Zusammenleben eingehen. Dabei wird der Spieltisch mit mehreren Gehäusen klingender Pfeifen umgeben, wobei die Elektronik via MIDI die als echte Pfeifen vorhandenen 22 Grundregister anspricht.

Die Disposition der mit Wind versorgten Pfeifen umfaßt folgende Register:

Pedal: Prinzipal 8', Oktave 4'
Gedackt 8', Holzgedackt 4'
I. Manual: Prinzipal 8', Oktave 4', Superoktave 2'
Gedackt 8', Holzgedackt 4', Flöte 2'
II. Manual: Prinzipal 8', Oktave 4', Superoktave 2'
Gedackt 8', Holzgedackt 4', Flöte 2'
III. Manual: Prinzipal 8', Oktave 4', Quinte 2 2/3'
Gedackt 8', Holzgedackt 4', Nasat 2 2/3'

Allein mit diesen klingenden Pfeifenregistern ist eine vollwertige Orgel gegeben, auf der man die verschiedensten Registrierungen vom Verdana,Arial,Helvetica,"sans-serif" pp bis zum f spielen kann. Zur Ergänzung auf ff -Registrierungen, für Soloregister und den hauptsächlich im Pedal notwendigen 16' wird der digitale Teil (weitere 48 Register) herangezogen.

Für den Spielkomfort verfügt die SYMBIOSE über drei Manuale zu je fünf Oktaven Tonumfang aus Holzklaviaturen mit Druckpunkt, ein 30-töniges konkaves Pedal mit Beleuchtung und eine höhenverstellbare Orgelbank. Das erste und das dritte Manual verfügen über einen Schweller, alle drei Manuale haben einen Tremulanten, alle Koppeln (I/P, II/P, III/P, III/I, I/II, III/II) sind als Handregister ausgeführt. Für komplizierte Registrierungen stehen 8 Ebenen (A bis H) zu je 16 Speicherplätzen -- also insgesamt 128 Speicherplätze -- zur Verfügung. Weiters bietet die SYMBIOSE einen MIDI-Anschluß zur Kommunikation mit anderen Musikinstrumenten und Musikcomputern und einen Sequencer für hochqualifizierte Konzertvorbereitungen. Auf diese Weise kann der Organist im Konzertsaal seine abgespeicherten Registrierungen mit den windversorgten Pfeifenregistern und den Digitalregistern selber aus der Ferne abhören. Dabei können bei wiederholtem Abhören die Registrierungen verändert werden, ja sogar das Tempo ist variabel einstellbar, sodaß die Akustik des Raumes ohne oftmaliges Spiel für jede Komposition vom Organisten optimal ausgetestet werden kann. Für außergewöhnliche Klangexperimente steht eine neuartige Windversorgung, bei der der Winddruck während des Spiels hoch- oder niedergefahren werden kann, sowie die Möglichkeit der Gegenüberstellung echter klingender Pfeifenregister und digitaler Klänge zur Verfügung.

Geistige Mutter dieses vollkommen neuartigen Instrumentes -- der SYMBIOSE -- ist die Konzertorganistin Dr. Andrea Pach, die Initiatorin von ORGEL MODERN. Bei der Verwirklichung der entscheidenden Konstruktionen für die Transportfähigkeit des immerhin fast 1000 kg schweren Werkes stand ihr ihr Vater Dir. Ing. Karl Pach zur Seite. Bei der Umsetzung des Projektes wirkten weiters die Orgelbaufirmen Heftner (Österreich) und Content (Holland) mit.

Das Ergebnis ist ein in vier Teilen transportables Instrument mit dem Klang einer wahrhaft großen Orgel, eine mobile Pfeifenorgel, die mit ihren drei Manualen und Pedal sowie ihrer Disposition den Ansprüchen der Orgelliteratur jeder Epoche gerecht wird.

1999 wurde die Einzigartigkeit der SYMBIOSE durch die Erteilung des Europapatentes dokumentiert.




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