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DIE SYMBIOSE: Technisches

Mehrere Erfindungen von Dir. Ing. Karl Pach waren entscheidend, damit die SYMBIOSE transportabel gebaut werden konnte: ein integriertes Hubwerk, das den mittleren Pfeifenteil im aufgestellten Zustand auf bis zu 3,20 m Höhe hebt, während er für den Transport abgesenkt wird; eine Transportvorrichtung für den Spieltisch mit seinem gewaltigen Gewicht; ein speziell ausgestatteter, luftgefederter Anhänger für den Transport des kompletten Instruments und -- vor allem -- eine neuartige Windzufuhr, die ohne den voluminösen Magazinbalg der klassischen Orgel auskommt und außerdem dem Komponisten die Möglichkeit gibt, für besondere Klangexperimente mit Hilfe des Umrichters den Winddruck zu regulieren -- auch während des Spielens. Jeder Teil der SYMBIOSE ist in seinen Abmessungen auf den Transport durch Normtüren abgestimmt.

HUBWERK

Das Hubwerk für den mittleren Pfeifenteil besteht aus einer in den Pfeifenteil integrierten Stahlkonstruktion, die zugleich als Trägerkonstruktion für den gesamten Bauteil dient. Die Hubsäulen sind in den vier Ecken des Bauteiles angeordnet. Jede Hubsäule besteht aus zwei ineinander liegenden Formrohren aus Stahl, von denen das innen liegende Formrohr teleskopartig ausgefahren werden kann. Dadurch wird die gesamte Konstruktion angehoben.

Spielfrei eingepasste Gleitplatten aus Bronze ermöglichen eine exakte und reibungsarme Führung der Rohre ineinander. Die Hubbewegung der Hubsäulen wird durch in jeder Hubsäule zentral angeordnete Hubspindeln mit Trapezgewinde hervorgerufen. Die Hubspindeln werden von selbsthemmenden Schneckengetrieben angetrieben. Für jedes Schneckengetriebe ist ein Asynchron-Drehstrommotor vorhanden. Alle vier Drehstrommotoren werden gleichzeitig von einem Frequenzumrichter gesteuert.

Die Hub- und Senkbewegungen werden beim Ein- und Ausschalten über vorprogrammierte Beschleunigungs- und Bremsrampen gesteuert, um ruckartige Bewegungen, die die sensiblen Teile des mittleren Pfeifenteiles beschädigen könnten, zu verhindern.

Die Maschinenkombinationen an der rechten und der linken Seite des Hubwerkes werden gleichzeitig angesteuert, können bei Bedarf aber auch einzeln aktiviert werden. Unebenheiten des Bodens können dadurch ausgeglichen und der Bauteil immer waagrecht ausgerichtet werden. Die Hub- oder Senkbewegung wird in ihrer Endlage durch kontaktlose Näherungsschalter, die an jeder Hubwerksseite vorgesehen sind, begrenzt.

An jeder Hubsäule ist am unteren Ende des Ausschubes eine feststellbare Schwenkrolle mit Gummibereifung vorgesehen, sodaß der Mittelteil über ein eigenes Fahrwerk verfügt.

WIND

Um die Orgel mit dem erforderlichen Wind für die Pfeifen versorgen zu können, musste eine Möglichkeit gefunden werden, Windmaschinen in die Bauteile der Orgel zu integrieren, die in der Lage sind, die Windversorgung mit konstantem Druck bei unterschiedlichen Luftmengen zwischen "Null" und "Vollem Werk" zu gewährleisten.

Als Platz standen nur die Sockel der beiden Seitenteile mit einer Grundfläche von 0,6 x 0,8 Meter zur Verfügung. Ein in herkömmlicher Technik gebauter Balg konnte aus Gründen der Transportfähigkeit des Instruments nicht verwendet werden.

Es wurden daher Windmaschinen entwickelt, die die oben beschriebenen Anforderungen erfüllen und so gestaltet sind, dass sie als ganzes Bauelement in die Sockel der Seitenteile eingesetzt werden können. Um den konstanten Winddruck bei unterschiedlicher Luftmenge zu erreichen, wurden spezielle Lüfterräder entwickelt und von Hand angefertigt, da derartige Bauteile in der Lüftertechnik nicht bekannt und somit im Handel nicht erhältlich sind. Die Windmaschinen werden über einen Frequenzumrichter gesteuert. Dem Organisten ist es möglich vom Spieltisch aus den konstanten Winddruck vorzuwählen oder für bestimmte Interpretationen während des Vortrages zu verändern.

Die Transportvorrichtung für den SPIELTISCH

Um den Spieltisch trotz seines hohen Eigengewichtes transportfähig zu machen, wurde eine eigene Transportvorrichtung angefertigt. Sie besteht im wesentlichen aus zwei Seitenteilen, deren Auflageflächen den Spieltisch seitlich untergreifen, daß er damit angehoben werden kann.

Die beiden Teile werden von der Seite her an den Spieltisch geschoben und anschließend durch Verbindungsrohre und Steckverbindungen miteinander verbunden.

An den äußeren vier Ecken dieser Transportvorrichtung sind Schwenkrollen angeordnet, die an elektrischen Hubwerken befestigt sind. Damit kann der Spieltisch angehoben werden, sodass er in der Transportvorrichtung und somit auf vier Rädern steht. In dieser Position kann er beliebig verfahren werden.

Im Anhänger wird der Spieltisch abgesetzt; er steht damit sicher sowohl auf seinen natürlichen Aufstandsflächen als auch auf den Rädern. Die gesamte Transportvorrichtung ist aus Aluminium gefertigt.

ANHÄNGER und TRANSPORT

Nachdem mit der Entwicklung der SYMBIOSE der Bau einer transportablen Pfeifenorgel gelungen war, mußte auch ein geeignetes Transportmittel geschaffen werden, dass alle Voraussetzungen für den Orgeltransport erfüllt:

Das Transportmittel sollte möglichst geringe Außenabmessungen haben, um auch enge Zufahrten oder Kurven zu bewältigen und im abgestellten Zustand möglichst wenig Platz zu beanspruchen. Gleichzeitig sollte es aber ausreichend Raum für die gesamte Orgel und alle Zubehörteile bieten. Die Ver- und Entladung der einzelnen Orgelteile sollte möglichst einfach und sicher erfolgen können. Des weiteren muß das Instrument während des Transportes vor äußeren Einflüssen wie Regen, Wind, Kälte und Hitze geschützt sein. Bei der Fahrt, auch auf nicht ganz ebenen Fahrbahnen und bei höherer Geschwindigkeit, dürfen keinerlei Erschütterungen oder Stöße durch Vertikalbeschleunigungen des Fahrzeuges auftreten. Zur Erfüllung all dieser Forderungen wurde das im folgenden beschriebene Konzept umgesetzt.

Das Fahrzeug ist ein Einachsanhänger mit Triplexfahrgestell. Dieses Fahrgestell besteht aus einem Grundrahmen mit V-Deichsel. Die sechs Räder des Fahrgestells sind einzeln aufgehängt, jedes mit einem Luftfederbalg gefedert und mit einem Teleskopstoßdämpfer gedämpft. Die Luftfederbälge können einzeln oder gemeinsam mit Druckluft beaufschlagt werden, sodaß jedem Belastungszustand Rechnung zu tragen. Außerdem kann der Anhänger durch Wählen verschiedener Druckhöhen auf den einzelnen Achsen ausgewogen und damit der Druck auf die Anhängervorrichtung eingestellt werden. Der Durchmesser der Räder wurde so klein gewählt, dass die Räder trotz großer Federwege unter der tiefliegenden Ladefläche angeordnet werden konnten.

Der Aufbau des Anhängers ist ein Kastenaufbau in Sandwichesbauweise, wobei die Wände und die Decke aus Plattenelementen bestehen, die im Verbundsystem aus Aluminiumblechen und Hartschaumkern hergestellt sind. Durch diese Konstruktion ist der Aufbau völlig wasserdicht und in hohem Maß wärmeisolierend. An der Innenseite der Wände sind umlaufend Zurrschienen angebracht, in denen die Zurrgurten für die Sicherung des Ladegutes eingehängt werden können.

Im Anhänger ist für jeden Teil der Orgel ein bestimmter Platz vorgesehen. In der linken Hälfte sind Aluminiumschienen mit der Spurweite des Mittelteilfahrgestells und der Spieltischtransportvorrichtung am Boden befestigt.

Der Mittelteil und der Spieltisch werden über Anlegerampen, welche ebenfalls Aluminiumschienen tragen, nacheinander in den Anhänger geschoben und mit Zurrgurten gesichert.

In die rechte Hälfte des Anhängers werden die beiden Seitenteile übereinander geladen. Es bestehen zwei Ladeetagen, wobei in jeder Etage ein Stahlschienensystem vorgesehen ist, in dem Ladekonsolen beweglich angeordnet sind.

Die Seitenteile verfügen im normal aufgestellten Zustand über ein eigenes Fahrwerk in Form von Bockrollen und bremsbaren Schwenkrollen, mit denen sie beim Aufbau des Instruments in die richtige Position gebracht werden können. Für den Transport werden die Seitenteile gekippt und liegend auf Transportplateaus zum Anhänger befördert. Die Transportplateaus sind ebenfalls mit gummibereiften Schwenkrollen bestückt und haben die gleiche Spurweite wie das Fahrgestell des Mittelteils und die Transportvorrichtung des Spieltisches. Die Seitenteile werden über die jetzt rechts angelegten Anlegerampen in den Anhänger befördert und auf die Transportkonsolen gelegt. Mit diesen werden sie in die endgültige Transportposition ganz nach vorne bewegt und dort mittels Schienenstopper und Zurrgurten befestigt. Um einen Seitenteil in die obere Transportetage heben zu können, ist im Bereich des hinteren Türrahmens eine Handseilwinde abnehmbar angeordnet, mit der der Seitenteil nach dem Auffahren über die Anlegerampe angehoben wird.

Zur Fortsetzung: Blick in die Zukunft